Rembrandt Harmenszoon van Rijn
1606 - 1669

Potrait von Rembrandt Harmenszoon van Rijn

1606
Am 15. Juli wird Rembrandt Harmenszoon van Rijn im niederländischen Leiden geboren. Seine Eltern sind der Müller Harmen Gerritsz van Rijn und dessen Ehefrau Neeltgen Wilhelmsdochter van Zuidbroeck, Tochter eines Bäckers. Er ist das vorletzte von insgesamt neun Kindern.
1613
Besuch der streng calvinistischen Lateinschule in Leiden. Die Eltern wollen ihm eine bessere Erziehung geben, nachdem seine Brüder erst die Mühle des Vaters übernehmen und später auch die Bäckerei der mütterlichen Familie an sie übergeht. Er erhält Unterricht in Latein , Rhetorik, klassischer Literatur und Griechisch sowie später auch in Mathematik , Geographie und Geschichte.
1620
Am 20. Mai läßt sich Rembrandt pro forma an der philosophischen Fakultät der Universität Leiden einschreiben.
1622
Er nimmt eine Lehrzeit von drei Jahren bei dem Maler Jacob Isaaksz van Swanenburgh in Leiden. In dieser Zeit entstehen zahlreiche Werke der Malerei, der Zeichnung und der Radierung.
1624
Es folgt eine sechsmonatige Fortbildung bei Pieter Lastman in Amsterdam, damals einer der berühmtesten Historienmaler des Landes. Rembrandt hatte offensichtlich den Ehrgeiz selbst Historienmaler zu werden. Vermutlich nahm er auch kurze Zeit bei Jacob Pynas Unterricht, damals ebenfalls ein bekannter Historienmaler.
1625
Rembrandt kehrt nach Leiden zurück um selbstständig als Maler zu arbeiten. Er gründet eine Ateliergemeinschaft mit Jan Lievens (1607 - 1674), einem ehemaligen Lastman-Schüler. Die Verbindung der beiden Maler dauert etwa bis 1630. Rembrandts frühestes erhaltenes Gemälde aus dieser Zeit ist: "Die Steinigung des heiligen Stephanus" (Lyon).
1628
Im Februar wird Gerard Dou (1613 - 1675) Rembrandts erster Schüler und bleibt vermutlich bis 1630/31 bei ihm. Eine Anmerkung des Advokaten Arent van Buchel lautet: "Der Leidener Sohn eines Müllers gilt viel, aber vor der Zeit". Constatijn Huygens, der Sekretär des Statthalters Prinz Frederik Hendrick kommt im November nach Leiden und besucht vermutlich bei dieser Gelegenheit die beiden Künstler.
1629
Der erste Graf von Ancrum, Robert Kerr, erwirbt drei Gemälde von Rembrandt, die er dem englischen König Karl I. schenkt.
1630
Rembrandts Vater stirbt. Im Atelier sind nun mehrere Lehrlinge und Assistenten tätig, darunter Isaac van Jouderville, Jan Joris van Vliet, Gerard Dou und vielleicht Willem de Poorter.
1631
Am 1. März kauft Rembrandt einen Garten in guter Lage, vor dem Witteport in Leiden. Durch die Vermittlung des Kunsthändlers Hendrick Uylenburgh wird Rembrandt in Amsterdam bekannt. Im Juni verleiht Rembrandt 2.000 Gulden an Uylenburgh .
1632
Im Januar entsteht ein Gruppenporträt, die Anatomie des Dr. Tulp. Er siedelt nach Amsterdam über und wohnt seit Juli im Haus des Hendrick Uylenburgh in der Breestraat. Er malt ein Bildnis der Amalia von Solms, Frau des Prinzen Frederik Hendrick. Der Auftrag kommt durch Constantijn Huygens Vermittlung zustande. Im gleichen Jahr entstehen die Potraits von M. Huygens und Jacod de Gheyn des Jüngeren. Prinz Frederik Hendrick kauft mehrere Bilder und bestellt die Passionsserie.
1633
Am 25. Juni verlobt sich Rembrandt mit der Patriziertochter Sakia van Uylenburgh (1612 - 1642), der Tochter des ehemaligen Bürgermeisters von Leuwaarden und Cousine van Uylenburghs.
1634
Am 2. Juli wird die Trauung in der Kirche St. Anna Parochia vollzogen. Rembrandt tritt in die Lukas-Gilde ein und kann nun in Amsterdam als freier Maler arbeiten. Er verläßt die Kunsthandlung Uylenburghs und gründet ein eigenes Atelier.
1635
Am 15. Dezember wird Rembrandts erster Sohn Rumbertus getauft, der schon nach wenigen Monaten stirbt und am 15. Februar 1636 beerdigt wird.
1636
Es entsteht das Bild: "Die Himmelfahrt Christi". Im Februar bezieht Rembrandt eine neue Wohnung in der Nieuwe Doelenstraat.
1638
Rembrandt strengt einen Prozeß gegen Saskias Verwandte an, die behauptet haben sollen, sie bringe ihr Vermögen mit Prunken und Prassen durch. Er verliert den Prozeß, denn die Anschuldigungen bezogen sich auf Saskias verstorbene Schwester, die tatsächlich in Konkurs gehen mußte. Am 22. Juli Taufe des zweiten Kindes Cornelia in der Oude Kerk zu Amsterdam. Das Kind, genannt Cornelia I., wird am 13. August in der Zuiderkerk beerdigt.
1639
Von Januar bis April wohnt Rembrandt in einer Zuckerraffinerie an der Binnenamstel. Am 5. Januar kauft er ein "repräsentatieves" Haus , an der Grenze zum Amsterdamer Judenviertel, daß er am 1. Mai bezieht, aber nur mit einer kleineren Anzahlung erwirbt. Es ist eine Demonstration seines sozialen Aufstieges. Er beginnt nun auch eine große Kunstsammlung anzulegen. Am 12. Januar Mitteilung an Constantijn Huygens, die beiden letzten Bilder des Passionszyklus seien fertiggestellt.
1640
Am 29. Juli Taufe des dritten Kindes Cornelia, genannt Cornelia II., in der Oude Kerk. Sie stirbt nach wenigen Wochen und wird am 12. August beigesetzt. Am 14. September wird Rembrandts Mutter in der Peterskirche in Leiden beigesetzt.
1641
Am 22. September wird das vierte und einzig überlebende Kind Titus in der Zuiderkerk zu Amsterdam getauft.
1642
Vollendung der sogenannten Nachtwache. Am 14. Juni stirbt Saskia und wird fünf Tage danach in der Oude Kerk zu Amsterdam bestattet. Titus ist gerade neun Monate alt. Der Tod seiner Frau wird zum Wendepunkt in Rembrandts Leben. Er engagiert Geertghe Dircx als Kinderfrau. Sie wird für die nächsten Jahre seine Lebensgefährtin.
1643-49
Rembrandts künstlerische Arbeit befindet sich in einer Phase der Stagnation.
1647
Trennung von Geertghe Dircx, sie wird von ihm aus dem Haus geworfen. Die einundzwanzigjährige Hendrickje Stoffels (1626 bis 1663) wird Rembrandts neue Lebensgefährtin. Sie bleibt bis zu ihrem Tod bei ihm. Geertghe Dircx kann den Hinauswurf nicht verwinden und verklagt Rembrandt wegen eines nicht eingehaltenen Eheversprechens. Hendrickje stellt sich auf Rembrandts Seite und sagt zu seinen Gunsten aus.
1650
Wegen falscher Anschuldigung und Falschaussage wird Geertghe zu einer Haftstrafe verurteilt. Sie kommt in das Zuchthaus von Gouda.
1651
Rembrandt wirkt darauf hin, daß Geertghe noch elf Jahre eingesperrt bleiben soll. Ihre Freunde erreichen 1655 ihre Freilassung.
1653
Ermahnung, seine Restschuld für das Haus zu bezahlen. Rembrandt leiht Geld von verschiedenen Seiten und verspricht, es in einem Jahr zurückzuzahlen.
1654
Die schwangere Hendrickje wird zwischen dem 25. Juni und 25. Juli viermal vor den Rat der Reformierten Kirche geladen, der Hurerei angeklagt und verwarnt weil sie mit Rembrandt Unzucht getrieben habe. Am 30. Oktober Taufe der Cornelia, Rembrandts und Hendrickjes Tochter, in der Oude Kerk.
1656
Rembrandt läßt Geertghes Bruder, Pieter D., ins Schuldgefängnis werfen. Am 17. Mai überträgt er das Eigentumsrecht an seinem Haus auf seinen Sohn Titus. Um sich vor den Gläubigern zu retten, die mit Schuldgefängnis drohen, beantragt er einen ehrenhaften Konkurs. Am 25. und 26. Juli wird ein Inventar seines Besitzes erstellt, der auch eine große Kunstsammlung umfaßt. Dem Antrag auf Verkauf seiner Habe, um eine Bankrotterklärung zu vermeiden, wurde kurz vorher stattgegeben.
1657
Der Erlös aus dem Verkauf von Rembrandts Besitztümern und die Versteigerung seiner umfangreichen Kunstsammlung, bringt sehr viel weniger ein als von ihm erwartet.
1658
Daher wird am 1. Februar das Haus in der Breestraat für 11.238 Gulden versteigert, fast 2.000 Gulden weniger, als Rembrandt dafür bezahlt hatte. Ihm wird jedoch gesetzlich erlaubt, bis 1660 darin wohnen zu bleiben. Am 14. Februar Fortsetzung des Verkaufs seines Besitzes. Am 24. September Schlußverkauf der restlichen Stiche und Zeichnungen aus Rembrandts Sammlung, einschließlich vieler eigener (der Erlös beträgt insgesamt 600 Gulden). Louys übernimmt die Vormundschaft für Titus und erreicht in einem langen Prozeß, daß jener aus der Konkursmasse sein Erbteil zurückerhält.
1660
Rembrandt zieht in ein kleineres Haus in der Roozengracht. Nach einer Verfügung der Lukas-Gilde darf er, da zahlungsunfähig, nicht mehr seine eigenen Werke verkaufen und nicht mehr mit anderen Kunstwerken in seinem Namen handeln. Titus und Hendrickje gründen eine Kunsthandlung, in der Rembrandt als Angestellter fungiert.
1661/62
Er malt für das Amsterdamer Rathaus ein großes Gemälde, die Verschwörung des Claudius Civilis, wobei das Thema, der Aufstand der Bataver gegen die Römer, als eine Anspielung auf den Freiheitskampf der Niederländer gegen die Spanier gedacht war. Der Rat verweigert die Abnahme des Bildes, man hat sich die Darstellung einer würdevollen und prächtigen Heldenversammlung vorgestellt; Rembrandt malte statt dessen einen Haufen verwegener und höchst zweifelhafter Gesellen. Daraufhin zerschneidet es Rembrandt und überarbeitet den Mittelteil für eine kleinere Fassung, die er einem Kunstfreund verkauft.
1663
Hendrickje Stoffels wird am 24. Juli in der Westerkerk beigesetzt.
1665
Titus wird für volljährig erklärt und erhält sein Erbteil ausgezahlt.
1668
Am 10. Februar vermählt sich Titus mit Magdalena van Loof. Am 7. September wird er in der Westerkerk bestattet.
1669
Am 22. März wird Titus Tochter Tina getauft. Am 4. Oktober stirbt Rembrandt im Haus an der Roozengracht.
Er wird am 8. Oktober in der Westerkerk beigesetzt.

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„Kann es etwas geben, das .... einen Menschen dazu bringt, Dinge zu tun, die er gar nicht tun will?“ Der junge Maler Cornelis ist unsicher, aber mutig und unerschrocken. Voller Leidenschaft verstrickt er sich in die Aufklärung von Verbrechen, auch dem, das sein Freund begangen haben soll. Alle Spuren führen zu einem Gemälde, so ganz im Stile Rembrandts, nur: der benutzte nie jene magische blaue Farbe. Um dem Geheimnis näher zu kommen, wird Cornelis Rembrandts Schüler. Romantischer Seitenaspekt: die attraktive Tochter des Malers, Cornelia, deren Leben schließlich auch in Gefahr gerät.

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Kastner liefert einen Roman, der so dicht verwoben ist, gespickt ist mit einer Unzahl allein historisch gesehen schon spannender Fakten: Es ist die Zeit der religiösen Territorialkämpfe, die Zeit der Kaufmannschaften, die durch expandierenden Handel große Reichtümer schaffen, die Zeit vieler Maler in Amsterdam. Aber was sind es für dubiose Wetten, auf den Tod noch lebender Menschen?

Mutig und tapfer, neugierig und entschlossen ist Kastners Protagonist, schillernd und vielfarbig die Welt, in die er eintaucht. Viele Dialoge, lebhafte Schilderungen und eine gut nachvollziehbare Handlung machen das Lesen zu einem außergewöhnlichen Erlebnis! Übrigens soll Rembrandt selbst einmal angesichts einer neu kreierten Farbmischung gewarnt haben,„zu nahe an seine Bilder heranzugehen“ -- mit der Begründung,„das könne schädlich sein.“ Dem Buch kommt man dagegen gerne und schnell zu nahe -- ein absoluter Genuß!--Barbara Wegmann

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Als der große niederländische Maler Rembrandt van Rijn 1642 seine„Nachtwache“ malte, waren Aufträge von Schützengruppen in den Niederlanden gang und gäbe. Aber Rembrandt wollte etwas Besonderes: kein steifes Gruppenporträt seiner Büchsenschützen sollte entstehen, sondern eine belebte, dramatische, von Spannung aufgeladene Situation. In der Fiktion der„Nachtwache“ hat sich die Kompanie des Hauptmanns Frans Banning Cocq und seines Leutnants Willem van Ruytenbuch deshalb versammelt, um die Stadt zu verteidigen. Der Trommler mahnt zum Abmarsch, die Schützen in ihren Uniformen laden ihre Gewehre. Durch Schlaglichter hervorgehoben sind die beiden Befehlshaber der Gruppe und die kleine Frau im Hintergrund. Je nach dem Platz, den die Personen auf dem Gemälde einnehmen, mussten die mehr oder weniger viel Geld bezahlen.

Wohl kein Bild zeigt das Changieren Rembrandts zwischen einer Verpflichtung gegenüber der Tradition und der gleichzeitigen Abkehr vom Konventionellen so eindringlich wie die„Nachtwache“. Rechtzeitig zum 400. Geburtstag des großen Niederländers widmet sich das reich illustrierte und klug kommentierte BuchRembrandt. Genie auf der Suchehauptsächlich eben diesem Aspekt des Werks. Der Katalogband, der anlässlich einer umfangreichen Ausstellung in der Gemäldegalerie Staatliche Museen zu Berlin erschien, zeigt auf etwa 340 farbigen und 60 Schwarz-Weiß-Abbildungen einen Maler, der seine Stellung innerhalb des inzwischen bereits boomenden Kunstmarkts definieren will: durch eine umfangreiche Malerwerkstatt, die die Nachfrage nach seinen Bildern befriedigen soll, aber auch durch neue, spektakuläre Ansätze und Bildfindungen, denen die schmale Gradwanderung zwischen innovativer Kunst und traditionellem Kundengeschmack gelingen muss.

Dabei werden auch kulturelle Aspekte wie das mysteriöse„Ohreisen“, das etwa auf Rembrandts„Studie einer Frau mit weißer Haube“ (um 1640), aber auch auf den Gemälden seiner Werkstatt oder von Philips Koninck zu sehen sind, näher beleuchtet. So entsteht nicht nur das umfassende Porträt des Malgenies, sondern auch ein imposantes Panorama der holländischen Kunst des so genannten Goldenen Zeitalters.--Thomas Köster

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